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Der Morgen danach

Am nächsten Morgen war der Park still.

Die Bänder hingen noch zwischen den Bäumen, ein wenig müde vom Tanzen, und auf dem Kiesweg lag ein einzelnes Stück Kreide, vergessen und genau richtig dort. Die Tische waren aufgeräumt, doch in der Luft hing noch etwas vom Vortag – ein Rest von Stimmen, von Lachen, von Mut.

Auf dem Wasserbecken trieben zwei Blüten.

Sie bewegten sich kaum.

Menschen kamen in kleinen Gruppen.

Nicht um aufzuräumen.

Nicht um abzuschließen.

Sie brachten Dinge mit.

Eine neue Bank für die schattige Stelle am Rand.

Ein handgeschriebenes Gedicht, das jemand an die Musikmuschel lehnte.

Drei Töpfe mit Minze, die ihren Platz im Mitmachgarten fanden.

Die Statue der Freude glänzte im Morgenlicht. Auf der Sockelplatte lag ein kleiner Stein. Darauf stand nur ein Wort: Weitergeben.

Im Garten steckte ein neues Schild.

Hier dürfen Träume Wurzeln schlagen.

Daneben lag Momo, warm und weich, ganz still – und wenn man sehr genau hinsah, war da vielleicht ein Blinzeln.

Heinz spielte am Rand des Platzes, so leise, dass die Melodie eher atmete als klang. Dorflin zeichnete das Fest noch einmal, nicht so, wie es gewesen war, sondern so, wie es in den Menschen weiterging. Carlos rührte in einem Topf, der nach heute roch. Tina zeigte einem Kind, wie man eine Feder findet, ohne einen Vogel zu erschrecken.

Jürgen stand am Beckenrand, sah auf das Wasser und lächelte, als hätte er es nicht eilig, irgendwohin zurückzukehren.

Nennia setzte sich auf ihren Lieblingsast. Der Deister atmete. Der Wind ging durch die Blätter und nahm eine neue Geschichte mit, eine, die nun in vielen Kehlen wohnen würde.

„Es ist gelungen“, flüsterte sie.

„Die Träume sind sichtbar. Und das Teilen trägt sie weiter.“

Und irgendwo, ganz leise, begann schon das Nächste.