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Lichter über dem Park

Als die Nacht an die Bäume stieg, wurden überall kleine Lichter angezündet.
Nicht grell. Nicht laut.

Sie hingen zwischen den Ästen, lagen auf Tischen, standen auf Fensterbänken und schwammen als Kerzen auf dem Wasser.
Es sah aus, als wären Sterne ein Stück näher gekommen, um zuzuhören.

Dorflins Papierwimpel bewegten sich im Abendwind,
als würden sie die Melodien mitschreiben, die nun über dem Park lagen.
Heinz begann das letzte Stück des Tages.
Ganz leise zuerst – nur ein paar Töne, die sich Zeit ließen.
Er nannte es: Bad Nenndorf, langsam tanzend.

Bald kamen Stimmen dazu.
Ein Summen. Ein Klatschen.
Und nichts davon wollte im Mittelpunkt stehen.

Jürgen trat noch einmal vor.
Das blaue Handtuch hing immer noch über seiner Schulter,
und er lachte, als er die Hände hob.
„Ich hätte nie gedacht“, sagte er, „dass ich einmal so vor euch stehe.“

Dann zuckte er mit den Schultern.
„Aber ich möchte Danke sagen.
Danke, dass ihr euer Bestes zeigt – nicht im Sinne von Leistung,
sondern im Sinne von Liebe.“

Janek stand bei seiner Statue und strich mit der Hand über den Stein.
„Morgen meißele ich weiter“, flüsterte er.
„Mit wem auch immer.“
Neben ihm saßen Menschen, die nichts sagten – aber blieben.

Tina legte den Finger an die Lippen.
„Hört“, sagte sie leise.
Alle hielten kurz inne.
Man hörte den Park atmen.
Blätter. Wasser. Schritte, die langsam wurden.

Altfred und Neulin saßen nebeneinander auf ihrer Bank.
„Schau nur“, sagte Altfred. „Unser Garten hat heute viele Herzen gegossen.“
Neulin nickte und lehnte sich zurück, als hätte er genau darauf gewartet.

Carlos stand am Ende der Tafel, atmete tief ein und roch Kindheit und Zukunft zugleich.
Er lächelte, ohne etwas sagen zu müssen.

Und über allem stand Nennia.
Nicht erhöht.
Einfach da.

In ihren Augen spiegelten sich die Lichter.
Und in ihrem Kelch glühten die letzten goldenen Reste des Tages.
Baddy saß auf ihrer Schulter und gähnte zufrieden.
Alva lag zusammengerollt an ihren Füßen – warm und still.

„Seht ihr“, flüsterte Nennia, „jetzt braucht es fast keine Tropfen mehr.“

Der Park leuchtete.
Die Menschen blieben noch eine Weile.
Und niemand hatte es eilig, zu gehen.

Und Du?
Welches Licht würdest Du heute in die Welt tragen –
und wen würdest Du damit finden?